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Aller Anfang wohnt ein Zauber…

Ich habe das neue Jahr mit einem Retreat begonnen. Retreat bedeutet Rückzug. Ich ziehe mich zwar nicht aus meinem Leben zurück, weil ich das so nicht betrachten möchte. Es gehört zu meinem Leben. Bewußte Innenschau. Ruhe. Langsamkeit. Fasten. Handy und Rechner aus.

Ich bemerke wie müde ich eigentlich bin. Zwischen den Meditationen schlafe ich viel. Ich gehe spazieren. Als ich aus dem Haus rausgehe ruft mich etwas und ich gehe rechts am Haus vorbei. Quetsche mich zwischen Zaun und Hauswand entlang. Plötzlich sehe ich einen kleinen Vogel, der sich zwischen zwei Drahtzäunen verfangen hat. Er ist oben durch eine Öffnung reingeflogen und versucht nun mit ausgebreiteten Flügeln wieder rauszufliegen. Die Löcher des Zaunes sind so groß wie er. Doch wenn er die Flügel ausbreitet fliegt er immer und immer wieder gegen den Zaun. Er ist schon ordentlich erschöpft. Aber er gibt nicht auf, denn er will in die Freiheit. Ich greife durch den Zaun. Aber er fliegt vor Angst vor mir in eine andere Richtung. Ich kann ihn also nicht einfach greifen und rausholen.

Er muss es selber schaffen. Mir wird klar, dass wenn er aufhören würde mit den Flügeln zu schlagen, könnte er einfach rausgehen. Er passt durch die Löcher des Zaunes. Und er wäre frei. Aber er versucht vergeblichst zu fliegen.

Ich kann ihn also nur darin begleiten und ihn zum Ausgang führen mit meinen Händen. Das schafft er dann auch und fliegt in die Freiheit.

Es muss also zwei Wege geben in die Freiheit: den der totalen Anstrengung, Übung und Disziplin und den der totalen Hingabe.

Egal für was Du Dich entscheidest, geht es doch letztendlich um die innere Haltung. Beide Wege bürgen die Gefahr in sich verwechselt zu werden. Nur Anstrengung ohne tiefe Führung und Disziplin führen zur Erschöpfung. Hingabe ist nicht zu verwechseln mit Aufgabe oder gar Resignation.

Ohne meine Hilfe, wäre der Vogel irgendwann am Boden erschöpft zusammengesunken und gestorben. Vielleicht hätte er dann im letzten Atemzug noch erkannt das er einfach hätte durchgehen können.

Es ist gut, ab und zu, zu einem Lehrer zu gehen, der schon etwas weiter ist auf dem Weg und der Dir den Weg weist. Dann laufe nicht ängstlich weg, sonder gib Dich vertrauensvoll in seine Hände.

Mir wird klar woher meine Erschöpfung kommt. Ich war wie der kleine Vogel, der immer wieder versucht mit Anstrengung in die Freiheit zu gelangen. Ich höre nun auf mit den Flügeln zu schlagen.

Es wird still.

Ich fühle mich frei.

Und aus dieser Freiheit und Stille beginne ich einen Ruf zu hören.

Meinen Ruf…


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